Unternehmensschließung nach einer Insolvenz
Belegschaftsstruktur:
Durchschnittsalter 42,8 Jahre; 80 % gewerbliche, 20 % kaufmännische Mitarbeitende; 20 % mit Migrationshintergrund; etliche Un- oder Angelernte; hohes Gehaltsniveau.
Regionale Arbeitsmarktsituation:
Arbeitslosenquote regional: 11,8 %, Schließung vieler großer Unternehmen in der Region (Bergisches Land, Wuppertal, Remscheid, Solingen) in den letzten Jahrzehnten
Problemlage:
- Hohes Lohnniveau, Vermittlung in geringer bezahlte Arbeitsverhältnisse problematisch
- Bei den gewerblichen Kräften stark arbeitsplatzbezogenes Know-How
Ausgestaltung Transfergesellschaft:
- 12 Monate Laufzeit
- Aufstockung des Qualifizierungsbudgets durch Landeszuschuss für Unternehmen in Insolvenz
- Betreuungsschlüssel 1 : 50, zum großen Teil finanziert über Landeszuschuss für Unternehmen in Insolvenz
- Abgestufte Aufstockung (abnehmend, zunächst 90 %, nach sechs Monaten 80%)
- Festpreis für die Transfergesellschaft von 5,9 Monatsgehältern
- Sprinterprämie in Höhe von 25 % der jeweils eingesparten Remanenzkosten
Effekt:
- Aufgrund der langen Laufzeit konnten etliche Mitarbeitende über betriebliche Praktika ihre Kenntnisse aus dem Ausbildungsberuf auffrischen und so eine neue Anstellung finden.
- Durch die abgestufte Aufstockung konnten die Mitarbeitenden ihren Lebensstandard den neuen Rahmenbedingungen sukzessive anpassen.
- Zudem wuchs die Bereitschaft, in den letzten Monaten eine geringer bezahlte Arbeitsstelle anzunehmen.
- Es bestand für das abgebende Unternehmen bzw. für den Insolvenzverwalter von vornherein Klarheit über die aufzuwendenden Mittel.
- Aus dem ehemaligen Unternehmen bildeten sich mit Nischenprodukten einige Start-Up-Unternehmen. Über dreimonatige betriebliche Praktika konnten diese Unternehmen in der Gründungsphase unterstützt werden, so dass schließlich 30 MitarbeiterInnen dort eingestellt wurden.